Ein Zinsswap ist ein Tausch von festen und variablen Zinsverpflichtungen auf zwei nominellen Kapitalbeträgen für einen festgelegten Zeitraum.
Es gibt auch Optionen auf Swaps. Diese werden als Swaptions bezeichnet.
Arten von Swaps
Swaption
Man unterscheidet zwischen Payer-Swaps und Receiver-Swaps:
- Payer-Swap: Für die Vertragspartei, die den festen Zinssatz zu zahlen hat, stellt der Swap einen Payer-Swap dar. Diese Vertragspartei erhält dafür einen variablen Zinssatz.
- Receiver-Swap: Für die Vertragspartei, die den festen Zinssatz erhält, stellt der Swap einen Receiver-Swap dar. Diese Vertragspartei muss dafür den variablen Zinssatz zahlen (I.d.R. der 3-Monats-Euribor).
Jeder Swap ist daher ein Payer- und ein Receiver-Swap. Es kommt also lediglich darauf an, von welcher Vertragspartei aus man ihn betrachtet.
Anwendungen
Der Zinsswap ist eine Vereinbarung zwischen zwei Parteien, Zinszahlungen unterschiedlicher Zinsfixierung auf einen (fiktiven) Bezugsbetrag untereinander auszutauschen. Entstehungsgrund ist der komparative Zinsvorteil, den hierdurch z.B. die beiden Kreditnehmer aus der Aufnahme zweier Kredite in dem jeweils von ihrem Partner gesuchten Kreditinstrument haben. Weiteres Motiv ist die Möglichkeit des sog. "Drehens" des Zinsstroms: da i.d.R. die eine Partei im Zinsswap einen festen Zinssatz zu zahlen hat, die andere jedoch einen variablen (d.h. einen in regelmäßigen Abständen an die aktuellen Marktsätze angepassten) Satz, kann je nach Bedarf und Interessenslage ein Zahlungsstrom aus einem anderen Finanzinstrument umgewandelt werden. So kann ein Unternehmen, das sich langfristig zu einem Festsatz refinanziert hat (der u.U. im Verlauf der Zinsbindung weit über dem Marktzins liegt), den passenden Zahlungsstrom aus einem Zinsswap beziehen, während es dort einen variablen Satz zahlen muss und sich somit in der Nettobetrachtung immer marktgerecht refinanziert.
Neben den Standard-Swaps "fix" gegen "variabel" gibt es auch Swaps, die variable Zinssätze austauschen. Dies kann z.B. ein Tausch von dem 3-Monats-Zinssatz gegen den 6-Monatszinssatz sein. Bei einem Abschluss eines solchen Swaps spekuliert man auf die "Steilheit" der Zinsskurve. Darüberhinaus existieren Constant Maturity Swaps, bei denen ein variabler Zinssatz gegen einen regelmäßig angepassten längerfristigen Zins (z. B. 10-Jahreszins) getauscht wird.
Da Swaps nicht an der Börse gehandelt werden, werden sie OTC-Derivate genannt, d.h. Over-the-counter. Im Prinzip sind hierbei beliebige Absprachen möglich, allerdings wird sich jeder Händler an Standards halten, die die Vertragsausgestaltung betreffen.
Ein andere häufig anzutreffende Swaps-Ausgestaltung ist ein sog. EONIA-Swap. Hierbei wird der Tagesgeldsatz gegen einen variablen oder festen Zinssatz getauscht. Eine Auszahlung der Aufgelaufenen Zinsen erfolgt auf der Tagesgeldseite nicht täglich, sondern meist einmal pro Jahr in Form eines gemittelten Zinssatzes. Die Berechnung des gemittelten Zinssatzes simuliert die tägliche Anlage zu dem aktuellen Zinssatz. Der Tagesgeldsatz kann für einen, oder am Wochenende für 3 Tage gelten, an Feiertagen auch schon 'mal länger. Sind (i=1,...,n) die beobachteten Tagesgeldsätze und die Anzahl der Tage, für die diese Sätze gelten, dann errechnet man den gemittelten Zinssatz r aus der Eigenschaft, dass eine Geldanlage zu diesem Zinssatz den gleichen Zinsertrag liefert wie die Anlage jeweils zu den Tagesgeldsätzen:
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